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Superorganismus Mensch


von Dr. med. Christian Merkel|07.04.2022

Das Mikrobiom der Haut spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unserer Haut. Dabei ist die Vielfalt des Mikrobioms unfassbar groß: Bakterien, Viren, Pilze und Co. Die Aufgabe des Mikrobioms besteht darin, die Haut und damit den Körper vor dem Eindringen krankmachender Keime zu schützen. Doch die Vielfalt der Mikroorganismen nimmt immer weiter ab. Schuld daran ist unter anderem unser Lebenswandel.

Veränderungen der Mikrobiomvielfalt

Das Hautmikrobiom ist ein eigenes Ökosystem, das sich je nach Körperregion sehr unterschiedlich zusammensetzt. Rege Forschungstätigkeiten haben hierzu bereits die Wichtigkeit des Darmmikrobioms für die menschliche Gesundheit identifizieren können. Je unterschiedlicher das Mikrobiom, umso besser. Doch in den letzten Jahrzehnten hat die Diversität der verschiedenen Mikroben deutlich abgenommen. Die Veränderungen des mikrobiellen Ökosystems stehen dabei im Zusammenhang mit einer Vielzahl menschlicher Erkrankungen. Die genauen Mechanismen von Mikrobiomveränderungen auf die Krankheitsanfälligkeit werden dabei erst ansatzweise verstanden. US-amerikanische Forscher haben allerdings deutliche Mikrobenverluste in der westlichen Bevölkerung festgestellt. Als ein Grund dafür wird der geltende Hygienestandard genannt, der dazu führt, dass aufgrund von zu häufigem Duschen und Waschen heute deutlich weniger Bakterien aufgenommen werden. Aber auch veränderte Wohnverhältnisse (früher lebte eine Großfamilie noch in einem einzigen Raum zusammen) führen inzwischen nur noch zu einem geringen Austausch von Mikroorganismen. Nicht zu vergessen: die übermäßige Einnahme von Antibiotika und Medikamenten, wodurch auch nützliche Bakterien beseitigt werden.

Probiotika als sinnvolle Ergänzung

Das Mikrobiom unterstützt das Immunsystem bei der Reparatur und Regeneration der Haut, z. B. bei der Wundheilung. Kommt es durch lokale Verschiebungen in der Zusammensetzung zu einer Schädigung der Hautbarriere, fördert dies die Entstehung von Akne, atopischer Dermatitis oder chronischer Wunden. Als sinnvoll hat sich daher der Einsatz von Probiotika erwiesen. Genauso, wie Probiotika von innen unterstützend wirken können, lassen sie sich auch äußerlich auf die Haut anwenden. Eine probiotische Hautpflege verspricht eine optimale Unterstützung des Mikrobioms.

Was das Hautmikrobiom beeinflusst

Der Säureschutzmantel stellt für das Hautmikrobiom das ideale Milieu dar. Optimal ist eine saure Bedingung mit einem „normalen“ pH-Wert von 5,5. Wird der Säureschutzmantel z. B. durch die Einnahme von Medikamenten, Stress, durch zu häufiges Waschen oder das Verwenden ungeeigneter Pflegeprodukte geschädigt, kann es zu einer Verschiebung des Hautmikrobioms kommen. Dies begünstigt die Entstehung von Neurodermitis oder Akne. Zudem kann es aufgrund des Fehlverhältnisses von nützlichen Bakterien und der Ansiedlung schädlicher Bakterien zu Hauterkrankungen führen.

Haben Sie Fragen zum Thema Mikrobiom und Haut? Unsere Experten im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER beraten Sie gern.


Dr. med. Christian Merkel

Dr. med. Christian Merkel ist Facharzt für Dermatologie und Allergologie und Ihr Ansprechpartner bei Fragen rund um die Behandlung von Haarausfall.


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