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Haut

Woher kommt ein Handekzem?


von Dr. med. Antje Söller|26.01.2022

Rötungen, rissige Stellen und Juckreiz – ein Handekzem ist für Betroffene äußerst unangenehm. Die Hauterkrankung kann akut oder auch chronisch vorliegen. Grund dafür ist in den meisten Fällen eine Störung der natürlichen Hautschutzbarriere, ausgelöst beispielsweise durch häufiges Händewaschen oder das übermäßige Verwenden von Desinfektionsmitteln. Doch gerade seit der Pandemie ist dies ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags geworden. Kein Wunder also, dass infolge der verstärkten Handhygienemaßnahmen Handekzeme deutlich zugenommen haben.

Berufskrankheit Nummer eins

Bei einem Handekzem handelt es sich um eine nicht ansteckende Entzündung der Haut, die sich an den Händen zeigt. Die Symptome können innerhalb kürzester Zeit auftreten und äußern sich beginnend meist mit akutem Juckreiz. Im weiteren Verlauf kann es zusätzlich zu Rötungen und Bläschenbildung kommen. Auch raue, trockene Hautstellen sind keine Seltenheit, aus denen schmerzhafte Risse entstehen können. Betroffen sind vorrangig Personen bestimmter Berufsgruppen, wie Reinigungskräfte, Friseure und Angestellte des Gesundheitswesens. Aber auch Vorerkrankungen, wie Neurodermitis, erhöhen das Risiko eines Handekzems erheblich.

Mögliche Ursachen

Ein Handekzem kann über Wochen bestehen und tritt häufig schubweise auf. Auslöser dafür gibt es viele. In der Regel entsteht das Ekzem allerdings aufgrund einer Schädigung der Hautschutzbarriere, hervorgerufen durch reizende Substanzen (wie aggressive Seifen oder Desinfektionsmittel). So wird das Eindringen hautreizender Substanzen, Bakterien oder Allergene begünstigt. Handekzeme können aber auch atopisch auftreten, also durch „innere“ Faktoren ausgelöst werden, wie eine bereits vorhandene Neurodermitis. Zudem sind allergieauslösende Stoffe in der Lage, eine Überreaktion der körpereigenen Abwehr herbeizuführen. Sie gelten somit ebenfalls als potenzielle Auslöser eines Handekzems.

Therapie bei Handekzem

Nach der genauen Diagnosestellung richtet sich die Behandlung grundsätzlich nach dem Ausprägungsgrad des Ekzems. In der Regel wird es mit äußerlich anwendbaren Salben oder Cremes behandelt. Zudem gilt es in jedem Fall, die ursächlichen Faktoren zu reduzieren. Sollte dies zu keiner Besserung führen, kann auch eine Kortisontherapie angewendet werden. Dies empfiehlt sich allerdings lediglich für die Akutphase. In besonders schweren Fällen ist außerdem eine Fototherapie hilfreich, um den Abheilungsprozess zu beschleunigen. Um Handekzeme, vor allem bei Beschäftigten in Gesundheitsberufen mit erhöhtem Risiko für chronische Handekzeme, vorzubeugen, sollte die Haut regelmäßig gepflegt werden. Zudem empfiehlt es sich, bei der Reinigung auf milde Seifen zu setzen, die rückfettend wirken.

Sie leiden an einem Handekzem? Vereinbaren Sie für eine individuelle Beratung und Behandlungen gern direkt online einen Termin in unserem HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER.


Dr. med. Antje Söller

Dr. med. Antje Söller übernimmt im HAUT- UND LASERZENTRUM unter anderem die ärztliche Leitung unserer Kindersprechstunde.


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