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Haut

Warum Juckreiz Wut und Aggressionen hervorrufen kann


von Dr. med. Stefan Duve|26.09.2023

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Könnten Sie auch aus der Haut fahren?

Zwischen Haut und seelischem Wohlbefinden besteht ein Zusammenhang – dies ist inzwischen sogar wissenschaftlich bewiesen. Fühlen wir uns gut, wirkt sich das auch positiv auf unser Hautbild aus. Juckt oder brennt die Haut dagegen, kann dies ein Hinweis auf ein Ungleichgewicht hinsichtlich unserer körperlichen und seelischen Gesundheit sein. So ist es kein Wunder, dass auch chronischer Juckreiz, medizinisch Pruritus genannt, oftmals mit einer eingeschränkten Lebensqualität einhergeht. Mit solchen Fällen haben wir im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER immer wieder zu tun. Was dahintersteckt, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Die Sprache der Haut

Pruritus-Formen lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. So kann der Juckreiz mit Hautveränderungen oder auch vollkommen ohne Symptome auftreten. Bei einer weiteren Form liegen die stark juckenden, knötchenförmigen Veränderungen als Folge exzessiven Kratzens vor. Ohne zugrunde liegende Grunderkrankung resultiert der Juckreiz aufgrund von psychosozialen oder emotionalen Auslösefaktoren. Beeinflusst werden Stärke und Qualität des Juckreizes z. B. durch Faktoren wie Ängstlichkeit, Depressivität sowie Eigenschaften der Persönlichkeit sowie durch Erwartungshaltungen.

Was der Juckreiz mit uns macht

Nicht nur bei Pruritus, sondern auch bei chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen wird gekratzt, sobald es einmal juckt. Dieser Kratzreflex ist ganz normal und kann nicht unterdrückt werden. So entsteht ein Juckreiz-Kratz-Kreislauf, bei dem das Kratzen die Haut traumatisiert. Histamin, Neuropeptide und andere den Juckreiz verstärkende Mediatoren werden freigesetzt, Entzündungen begünstigt. Aus psychologischer Sicht sind Patient*innen dem Juckreiz-Kratz-Zirkel hilflos ausgeliefert. Vermeintlich gut gemeinte Ratschläge können aus diesem Grund auch schlimmstenfalls zum sozialen Rückzug aufgrund von Scham- und Schuldgefühlen führen, die letztlich mit Wut und Aggressionen über die gegenwärtige Situation einhergehen.

Was dahintersteckt

Zu einer gründlichen Ursachenklärung des Juckreizes gehören nicht nur die Anamnese, körperliche Untersuchungen und Laboranalysen, sondern auch die Erhebung psychodynamischer Aspekte mittels eines Symptomtagebuchs. Dabei spielen verschiedene Leitfragen eine ganz entscheidende Rolle. So ist es wichtig zu wissen, ob bestimmte Faktoren bzw. Ereignisse das Juckreizempfinden ausgelöst oder verschlimmert haben. Ist man starker Belastung oder Stressfaktoren ausgesetzt? Ebenso spielt die Frage eine wichtige Rolle, wie mit dem Juckreiz umgegangen wird. Wurden soziale Kontakte wegen des Juckreizes bereits reduziert oder sogar aufgegeben? Anhand dieser Informationen kann dann mit verhaltenstherapeutischen Interventionen gegengesteuert werden. Dabei hilft es, Kratzalternativen einzuüben. Ziel ist es, das Kratzen durch eine selbst gewählte Alternative wie Kühlen, Klopfen oder Kneifen zu ersetzen. Ebenso können Entspannungsverfahren helfen, das Anspannungsniveau zu reduzieren und die Reizschwelle zu erhöhen.

Auch Sie leiden unter starkem Juckreiz? Gerne gehen wir den Symptomen auf dem Grund und suchen nach möglichen Auslösern. Melden Sie sich hierfür bei uns im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER in München.


Dr. med. Stefan Duve

Mit über 20 Jahren Erfahrung und internationalem Wirken zählt Dr. med. Stefan Duve inzwischen zu den besten Dermatologen Europas.


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