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Haut

Genau hinschauen, um Hautkrebs möglichst frühzeitig zu erkennen


von Dr. med. Anja Swoboda|16.08.2022

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Dabei sind auch regelmäßige Hautkrebs-Screenings unerlässlich

Etwa 250.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Hautkrebs. Während die Zahlen seit vielen Jahren kontinuierlich steigen, werden die Patienten zunehmend jünger. Wichtig zu wissen: Je eher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Schwarzer und weißer Hautkrebs

Unter Hautkrebs versteht man ein breites Spektrum bösartiger Tumorerkrankungen der Haut oder Schleimhaut. Es werden vor allem zwei Arten unterschieden: der schwarze Hautkrebs und der weiße/helle Hautkrebs. Allein in Deutschland wird jedes Jahr bei etwa 23.000 Menschen die Diagnose schwarzer Hautkrebs, auch als Malignes Melanom bezeichnet, gestellt. Schwarzer Hautkrebs ist dabei aggressiver, gefährlicher und für über 90 % der hautkrebsbedingten Gesamt-Todesfälle verantwortlich. Aber auch der weiße Hautkrebs ist alles andere als harmlos. Gerade im Anfangsstadium oft mit Hautveränderungen (Ekzeme, Schuppenflechte, kleine Wunden) verwechselt, kann auch der weiße Hautkrebs spät erkannt einen dramatischen Verlauf nehmen. Besonders gefährdet sind Körperstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, wie Nase, Ohren, unbehaarte Kopfhaut, Nacken und Hände.

Die Haut regelmäßig untersuchen

Bei Hautkrebs ist die Früherkennung entscheidend. Je früher der Hautkrebs diagnostiziert und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Eine sinnvolle empfohlene Maßnahme zur Vorsorge stellt die Selbstuntersuchung der Haut auf Auffälligkeiten dar. Dies lässt sich am besten am Beispiel der sogenannten hässliches-Entlein-Regel verdeutlichen: der größte, dunkelste Fleck am Rücken, der deutlich anders als die umliegenden aussieht.

Die ABCDE-Formel kann bei der Beurteilung helfen:

A für Asymmetrie: Schwarzer Hautkrebs hat oft eine asymmetrische Form, gutartige Muttermale sind dagegen symmetrisch (z. B. rund, oval oder länglich).
B für Begrenzung: Unregelmäßige oder verwaschene Ränder können auf Hautkrebs hindeuten.
C für Color (Farbe): Vorsicht ist bei mehrfarbigen Pigmentflecken geboten. Gutartige Pigmentmale haben einen einheitlichen Farbton.
D für Durchmesser: Schwarzer Hautkrebs ist meist größer als fünf Millimeter im Durchmesser.
E für Entwicklung: Haben sich Pigmentflecken verändert, müssen sie unbedingt kontrolliert oder entfernt werden.

Professionelles Hautkrebs-Screening

Auch wenn seit einiger Zeit spezielle Hautkrebsvorsorge-Apps fürs Smartphone mithilfe künstlicher Intelligenz die Beurteilung von Muttermalen erleichtern sollen, sind diese keineswegs ein Ersatz für ein ärztliches Hautkrebs-Screening. Wie oft diese erfolgen sollten, hängt dabei von Hauttyp, Alter und Zahl beziehungsweise Art der vorhandenen Muttermale ab. Ab dem 35. Lebensjahr wird das Screening sogar alle zwei Jahre von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Bei der Untersuchung der kompletten Haut, der sichtbaren Schleimhäute und Nägel setzen wir inzwischen vermehrt auf technische Hilfsmittel wie Auflichtmikroskope oder videogestützte Fotodokumentationen. Gerade Letztere sind sinnvoll, um bei zukünftigen Kontrollen Veränderungen eindeutig erkennen zu können.

Hautkrebs bestätigt – Was nun?

Beim Malignen Melanom ist eine schnelle und komplette operative Entfernung des Tumors die effektivste Therapie. Für etwa 70 % der Patienten ist die Therapie danach abgeschlossen. Aber auch beim weißen Hautkrebs ist die vollständige operative Entfernung des Tumors das Ziel. Lediglich bei aktinischen Keratosen, sehr oberflächlichen oder anfänglichen Basalzellkarzinomen gibt es alternative Therapieverfahren zur Operation. Eingesetzt werden dann z. B. lokal aufgetragene Cremes, flüssiger Stickstoff zur Vereisung (Kryotherapie) oder der CO2-Laser zur abtragenden Behandlung. Alternativ zählt auch noch die fotodynamische Therapie mit Rotlicht zu den gängigen Behandlungsmethoden. Diese Therapie wird allerdings zunehmend durch die deutlich patientenfreundlichere und schmerzarme Bestrahlung mit Tageslicht ersetzt, die Tageslichttherapie.

Haben wir Ihr Interesse an einem professionellen Hautkrebs-Screening geweckt? Oder möchten Sie sogar ein auffälliges Muttermal kontrollieren lassen? Dann melden Sie sich in unserer dermatologischen Praxis, dem HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER, im Herzen Münchens.


Dr. med. Anja Swoboda

Dr. med. Anja Swoboda ist als Dermatologin mit langjähriger Erfahrung unter anderem auf die Allergologie und auf Lasertherapien spezialisiert.


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