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Haut

Fruchtsäurepeeling: Sauer macht schön


21.03.2022

Schon mal etwas von AHA, BHA oder PHA gehört? Die Abkürzungen bezeichnen Fruchtsäuren, die – als Peeling angewendet – unter uns Dermatologen im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER und Beauty-Experten weltweit bereits seit Langem einen guten Ruf genießen. Besonders als Kur lassen sich auf diese Weise gute Erfolge erzielen. So soll Fruchtsäure das Hautbild verbessern, den Teint perfektionieren und Alterungserscheinungen minimieren. Gerade für die Wintermonate bietet sich die Anwendung an. Doch welche Säure eignet sich am besten für welchen Hauttyp?

Was ist ein Fruchtsäurepeeling?

Bei einem Fruchtsäurepeeling handelt es sich um ein chemisches Peeling. Im Gegensatz zu mechanischen Peelings, bei denen abgestorbene Hautzellen auf der obersten Hautschicht mit kleinsten Schleifpartikeln entfernt werden, arbeiten Fruchtsäurepeelings (wie der Name schon sagt) mithilfe von Säuren. Diese sind in der Lage, die obere Zellschicht kontrolliert abzutragen und gleichzeitig die Hautregeneration anzukurbeln. Bei uns in der Medizinkosmetik des HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER wird die Fruchtsäure in Gelform auf die Haut aufgetragen. Wie lange die Fruchtsäure anschließend auf der Haut verbleibt, richtet sich nach der gewünschten Intensität. Zur Verfügung stehen grundsätzlich verschiedene Fruchtsäuren.

AHA-Peeling

Die Alpha-Hydroxysäure (kurz AHA) hat eine hautschälende Eigenschaft und wurde auch als erste Säure in Hautpflegeprodukten eingesetzt. Milchsäure hingegen (die ebenfalls zu den AHAs zählt) gewann erst in den letzten Jahren zunehmend an Popularität. Sie kommt außer zum Peelen häufig auch zur Verjüngung der Haut zum Einsatz. Obwohl AHA-Säuren einen natürlichen Ursprung haben, werden sie für die Anwendung in der Kosmetik zumeist synthetisch hergestellt.
Anwendung: AHA eignen sich sehr gut, um die Hautfestigkeit und Elastizität zu verbessern. Sie wirken keratolytisch und damit einer Überhornung der Haut entgegen. Im Institut können AHA-Peelings mit einer Einsatzkonzentration von bis zu vierzig Prozent angewendet werden (für die Heimpflege sind es lediglich zehn Prozent). Bevor das Peeling erfolgen kann, empfiehlt es sich, die Haut gezielt auf die Säure vorzubereiten. Hierfür wird zwei Wochen vor der Behandlung zu Hause einmal täglich ein niedrig dosiertes Fruchtsäurepräparat angewendet.

BHA-Peeling

Als Beta-Hydroxysäure (kurz BHA) wird Salizylsäure bezeichnet, die natürlicherweise in Weidenblättern vorkommt und kosmetisch vor allem zur Behandlung von öliger Haut mit Unreinheiten oder Akne eingesetzt wird. Im Gegensatz zu AHA weist BHA größere Moleküle auf, weshalb die Säure ein geringeres Potenzial hat, Hautirritationen hervorzurufen.
Anwendung: Salizylsäure kommt schon lange in der medizinischen Hautpflege zum Einsatz. Die entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung lindert Entzündungsprozesse und lässt Unreinheiten schneller abklingen. Üblicherweise wird Salizylsäure Pflegeprodukten in zwei- bis zehnprozentiger Konzentration zugefügt. In höheren Einsatzkonzentrationen von zwanzig bis dreißig Prozent kann Salizylsäure aber auch als Peeling verwendet werden, muss aber anschließend mithilfe einer speziellen Creme neutralisiert werden.

PHA-Peeling

Zu Polyhydroxysäuren (kurz PHA) zählen Lactobionsäure, Galactose und Glucolactone. Chemisch betrachtet hat PHA-Säure eine wesentlich größere Molekularstruktur als beispielsweise AHA-Säure und wirkt daher besonders sanft und schonend. Die milde Säure eignet sich ideal für sensible, empfindliche Hauttypen.
Anwendung: Ein PHA-Peeling stellt eine verträgliche Alternative zu AHA- oder BHA-Peelings dar und wirkt gegen Unreinheiten, Rötungen und Pigmentflecken. Außerdem bietet die Polyhydroxysäure eine gute Behandlungsmöglichkeit bei feinen Fältchen und Alterungserscheinungen.

Wirkung und Indikationen

Fruchtsäuren entfernen nicht nur die obersten toten Zellen der Hornschicht, sondern regen auch die Hauterneuerung an. Die hauteigene Kollagenproduktion wird beschleunigt, der Hautton egalisiert und Pigmentverschiebungen werden reduziert. Insgesamt wird die Haut durch eine Fruchtsäurekur weicher, glatter, ebenmäßiger, reiner und strahlender. Zudem kann sie wieder besser mit Wirkstoffen versorgt werden. Grundsätzlich bieten sich Fruchtsäurepeelings vorrangig bei normaler und grobporiger Haut sowie bei Mischhaut und leicht entzündlicher Akne an. Ebenso können sie zur Hautverjüngung eingesetzt werden. Zu beachten ist allerdings, dass die Haut nach der Fruchtsäureanwendung gerötet und empfindlich sein kann. Zudem können vorübergehend Brennen und Juckreiz auftreten – je nach Intensität des Peelings.

Damit alles glatt läuft

Um ein gutes Resultat zu erzielen, ist die ausführliche Aufklärung vor der Behandlung essenziell. Dabei sollte neben dem Ablauf geklärt werden, welche Ergebnisse erzielt werden können. Die passende Auswahl des Fruchtsäurepeelings und dessen Einsatzkonzentration hängt aber auch vom Hauttyp und Hautzustand ab. In der Regel sind für sichtbare Erfolge vier bis acht Behandlungen im Abstand von jeweils zwei bis drei Wochen notwendig. Unabhängig davon, welches Peeling zum Einsatz kommt, ist ein hoher Lichtschutz nach der Behandlung unerlässlich. Da die Haut extrem empfindlich gegenüber UV-Strahlung ist, sollte täglich ein möglichst hoher Lichtschutzfaktor aufgetragen werden.

Ein professionelles Fruchtsäurepeeling könnte auch etwas für Sie sein? Gern beraten ich und meine Kollegen aus dem HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER Sie persönlich zu potenziellen Behandlungsmöglichkeiten ganz individuell zugeschnitten auf Ihren Hauttyp.


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