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Haut

Dermatologie trifft auf Rheumatologie


von Dr. med. Hans-Peter Schoppelrey|08.03.2022

Viele Rheumapatienten quälen sich nicht nur mit Gelenkproblemen, sie leiden auch unter Hautsymptomen. Diese für rheumatische Erkrankungen typischen Hautveränderungen können bei der Diagnosestellung sehr hilfreich sein. Da sich für „Nichtdermatologen“ die korrekte Zuordnung der Veränderungen oftmals als schwierig darstellt, sollten Rheumatologie und Dermatologie eng zusammenarbeiten.

Hauterkrankungen im Zusammenhang mit Rheuma

Unter den mehr als 400 Krankheitsbildern, die von Rheumatologen behandelt werden, ergeben sich insbesondere bei der rheumatoiden Arthritis (RA), der Psoriasis-Arthritis sowie bei metabolischen Gelenkerkrankungen/Stoffwechselstörungen (z. B. Gicht) Schnittmengen mit der Dermatologie – wie wir aus unserem Praxisalltag im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER nur zu gut wissen.

Rheumatoide Arthritis:
Bei der rheumatoiden Arthritis findet sich nicht selten ein Palmarerythem (flächige Rötung der Handinnenseite). Aber auch „Rheumaknoten“ sind keine Seltenheit, die in Form kugeliger Verhärtungen unter der Haut vorrangig an den Gelenken auftreten. Eine für den Krankheitsverlauf besonders bedeutsame Hautmanifestation der rheumatoiden Arthritis ist das Auftreten einer Vaskulitis, einer entzündlichen Erkrankung der Blutgefäße.

Psoriasis-Arthritis:
Die Psoriasis-Arthritis bezeichnet eine entzündliche Gelenkerkrankung. Dabei zeigt sich bei rund zehn bis zwanzig Prozent der Psoriasispatienten auch eine Gelenkerkrankung. Die klassische psoriatrische Läsion ist eine begrenzte Rötung mit weißer Schuppung. Zusätzlich können äußere Reize (z. B. mechanische Belastung) die Ausbildung neuer Herde begünstigen. Besonders bekannt für die Psoriasis-Arthritis sind zudem Nagelveränderungen, die einen ausgeprägten Zusammenhang mit Gelenksbefall zeigen. Typisch sind Tüpfelnägel (punktförmige Grübchen in der Nagelplatte), Ölflecknägel (gelbbrauner Fleck), Onycholyse (Abhebung des Nagels) sowie Krümelnägel (verdickte, krümelige Nägel).

Gicht:
Eine weitere Stoffwechselstörung mit Haut- und Gelenksmanifestation ist die Gicht. Im Rahmen der chronischen Gicht findet man häufig Knochen- und Weichteiltophi. Dabei handelt es sich um subkutane, harte Knoten in der Nähe betroffener Gelenke. Häufig sind diese knotigen Verdickungen an der Ohrmuschel und den Füßen zu finden und reichen von Stecknadelkopf- bis hin zu Erbengröße.

Auch Rheumamedikamente können zu Hautveränderungen führen

Ein weiteres wichtiges Feld, das Rheumatologen und auch Dermatologen betrifft, sind Hautnebenwirkungen von Rheumamedikamenten. Als typisches Beispiel dient hierfür das Medikament Cortison, das als potenter Entzündungshemmer effektiv gegen rheumatische Erkrankungen hilft. Langfristig kann es aber auch zu unangenehmen Nebenwirkungen führen, wie einem aufgedunsenen Gesicht oder einer Steroidakne.

Zusammenspiel: Dermatologie und Rheumatologie

Der Zusammenhang zwischen Hauterkrankungen und Gelenkproblemen tritt eher häufig als selten auf. Für uns Dermatologen wie auch für Rheumatologen gilt es daher, unter Zuhilfenahme der in beiden Fachbereichen üblichen diagnostischen Tools wie Anamneseerhebung, klinische Untersuchung, Labor, Bildgebung etc. zu einer sicheren Diagnose zu kommen.

Haben auch Sie mit Hautveränderungen im Zusammenhang mit Rheuma zu kämpfen? Unsere Experten im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER beraten Sie hierzu gerne persönlich.


Dr. med. Hans-Peter Schoppelrey

Zu Dr. med. Schoppelreys Spezialgebiet im Praxisalltag gehören die ästhetische und Anti-Aging-Dermatologie sowie ambulante Operationen.


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