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Haut

Corona: Welche Auswirkungen hat das Tragen einer Maske auf die Haut?


von Dr. med. Christian Merkel|17.12.2020

Maskne – Welche Auswirkung hat das Tragen einer Maske auf die Haut?

Ein Mund-Nase-Schutz ist inzwischen zum ständigen Begleiter des Alltags geworden. Wie auch das Desinfektionsmittel für die Hände sollte eine Maske am besten immer zur Hand sein – insbesondere unterwegs. Doch auf Dauer bedeuten diese Maßnahmen oftmals einen regelrechten Ausnahmezustand für unsere Haut.

Mund-Nase-Schutz = Stressfaktor für die Haut

Wie die wissenschaftliche Fachzeitschrift „Journal of the American Academy of Dermatology“ bereits im Mai zitierte, litten laut einer chinesischen Studie rund 97 Prozent des Ärzte- und Pflegepersonals aus der Covid-Provinz Hubei unter Hautproblemen im Gesicht, wie trockene und spannende Hautstellen, Schürfungen und Blasen. Als Auslöser hierfür ist das Tragen von Masken festzumachen, die dicht und stramm über Nase und Mund anliegen ¬– und das meist länger als zwölf Stunden, Tag für Tag. Für Normalverbraucher ist das Risiko solch extremer Hautveränderung dagegen gering. So haben wir in Verbindung der Maskenpflicht bei uns im dermatologischen Praxisalltag vielmehr mit einer allgemeinen Verschlechterung des Hautbilds zu tun. Dies ist auf die sogenannte Feuchtkammer zurückzuführen, die beim Tragen eines Mund-Nase-Schutzes durch das Atmen entsteht. Aufgrund des feuchtwarmen Milieus wird die Entstehung von Entzündungen begünstigt. Aber auch die mechanische Reibung des Mundschutzes beim Sprechen oder bei Bewegungen kann die Haut reizen und Rötungen oder Juckreiz hervorrufen bzw. vorhandene Hautprobleme verstärken. Trockene Haut neigt dann zu noch mehr Trockenheit, unreine Haut zu noch mehr Unreinheiten.

Fünf hilfreiche Tipps, um maskenbedingten Hautproblemen vorzubeugen

  • Tipp 1: Die Haut gründlich reinigen

    Um das potenzielle Risiko von Unreinheiten und Pickeln zu reduzieren, ist eine regelmäßige, gründliche Reinigung essenziell. Hierfür morgens und abends ein mildes, hautverträgliches Reinigungsprodukt verwenden. Ideal ist ein pH-neutrales, duftstofffreies Produkt, das in Verbindung mit lauwarmem Wasser Make-up-Rückstände, Schmutz und Bakterien schonend entfernt. Verzichtet werden sollte dagegen besser auf aggressive Reinigungsprodukte oder Tonics mit Alkohol.

  • Tipp 2: Pflegeprodukte anpassen

    Damit die Haut unter der Maske bestmöglich atmen kann, ist eine leichte, möglichst sparsam aufgetragene Feuchtigkeitspflege ideal. Das Gleiche gilt für Make-up. Besser noch: die Foundation im Maskenbereich komplett weglassen. Ansonsten klebt die Make-up-Schicht nicht nur an der Maske, sondern begünstigt durch das verstärkte Schwitzen auch das Milieu für Hautinfektionen. Wer ohnehin zu sensibler, empfindlicher Haut neigt, kann außerdem auf entzündungshemmende Wirkstoffe achten, z. B. Kamille, Aloe Vera oder Panthenol.

  • Tipp 3: Masken regelmäßig wechseln

    Verunreinigte Masken zählen zu den häufigsten Ursache für Hautprobleme. Um Unreinheiten und Pickeln vorzubeugen, empfiehlt es sich, den Mund-Nase-Schutz nach dem Tragen zu reinigen bzw. täglich (gegebenenfalls sogar mehrfach täglich) zu wechseln oder zu erneuern. Neben dem Tausch der Maske sollte zudem darauf geachtet werden, sich nicht ständig mit den Händen ins Gesicht zu greifen – insbesondere nach dem Berühren von Einkaufswägen oder den Haltegriffen öffentlicher Verkehrsmittel. Noch ein Grund, es nicht zu tun: Durch die Schleimhäute an Augen, Nase und Mund können Keime in den Körper gelangen und Infektionen auslösen.

  • Tipp 4: Sonnenschutz nicht vergessen

    Man könnte denken, ein Mund-Nase-Schutz bietet der Haut darunter auch Schutz vor UV-Strahlung. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Egal, ob eine Maske aus Baumwolle, Vlies oder einem Hightech-Stoff getragen wird: Ein möglichst hoher Sonnenschutz ist dennoch unerlässlich – und zwar täglich (Sommer und Winter). Einfach und simple ist z. B. ein Moisturizer mit integriertem Lichtschutzfaktor, den es für ölige Hauttypen auch in leichten Geltexturen gibt.

  • Tipp 5: Pflege der Hände ebenfalls anpassen

    Regelmäßiges Waschen und Desinfizieren beansprucht und strapaziert auch die Hände. Sie greifen den natürlichen Säureschutzmantel an und machen die Haut spröde. Die Pflege mit einer rückfettenden Handpflege gibt der Haut verlorene Feuchtigkeit zurück und beugt rissigen Stellen vor (insbesondere jetzt im Herbst und dem bevorstehenden Winter). Für eine Extraportion Pflege sorgt eine Handmaske. Hierfür gibt es spezielle Produkte auf dem Markt. Alternativ abends einfach eine dicke Schicht Handcreme auftragen und über Nacht (am besten unter dünnen Baumwollhandschuhen) wirken lassen.


Dr. med. Christian Merkel

Dr. med. Christian Merkel ist Facharzt für Dermatologie und Allergologie und Ihr Ansprechpartner bei Fragen rund um die Behandlung von Haarausfall.


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