Biostimulatoren
Biostimulatoren vs. klassische Filler – Was ist der Unterschied?
Klassische Filler wie Hyaluronsäure sind vor allem in der Volumenbehandlung und Faltenunterspritzung bekannt. Doch wie unterscheiden sie sich von Biostimulatoren?
Haut
von Dr. med. Hans-Peter Schoppelrey|08.11.2019

Patienten mit Akne sind meist einem enormen Leidensdruck ausgesetzt. Dies lässt sich nicht nur auf Akne-Hautveränderungen (wie Mitesser oder im entzündlichen Stadium Pickel und Pusteln) zurückzuführen; nahezu die Hälfte aller Akne-Patienten leidet auch unter Narbenbildung. Wichtig zu wissen: Mit dem Schweregrad der Akne steigt automatisch auch das Risiko von Narben. Ziel einer jeden Therapie sollte es daher sein, die Akne langfristig in den Griff zu bekommen und der Narbenbildung somit effektiv vorzubeugen.
Akne-Narben entstehen – wie bereits erwähnt – vorrangig bei starker und entzündlicher Akne, da die Haut in diesen fortgeschrittenen Stadien bis in tiefen Schichten Schäden aufweist. Wird beim Heilungsprozess zu wenig oder zu viel kollagenes Ersatzgewebe gebildet, kann es zu eingesunkenen (atrophen) oder erhabenen (hypertrophen) Narben kommen. Aber auch das Ausdrücken von Pickeln erhöht das Risiko von Akne-Narben um ein Vielfaches. Die Haut wird beim Drücken unnötig gereizt, wodurch sich die Entzündung verschlimmern kann und sich unschöne Verfärbungen oder Narben bilden.
Je nach Tiefe und Ausprägung der Entzündung, variiert auch das Risiko für Narben.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Je tiefer und stärker die Entzündung, desto höher auch das Risiko für Akne-Narben.
Eine frühzeitig eingeleitete Behandlung ist bei Akne essenziell, um neben einer langfristigen Verbesserung des Hautbildes auch Akne-Narben vorzubeugen. Zudem empfiehlt es sich, Pickel nicht auszudrücken. Das kann die Haut reizen und das Gewebe stark schädigen. Das Verwenden entsprechender nicht-komedogener, schonender Pflegeprodukte hilft ebenfalls, Entzündungen und damit auch das Narbenrisiko zu minimieren. Dabei ist eine sanfte Reinigung ein Muss, da anderenfalls die Hautbarriere geschwächt und diese anfälliger für Entzündungsreaktionen wird.
Betroffenen stehen des Weiteren moderne dermatologische Behandlungsmethoden zur Verfügung, die sich bei Akne-Narben als effizient erwiesen haben.
Hierzu zählt z.B. die Agnes-Methode:
ein Kombinationsverfahren aus Radiofrequenz und Microneedling, bei der ein mit einer mikroisolierten Nadel besetztes Handstück bis zu sechs Millimeter tief in die Haut injiziert wird. Um die Talgdrüsen direkt zu zerstören, wird die Haut durch die punktuelle Abgabe von Radiofrequenz auf 70 bis 80 °C erwärmt. Das umliegende Gewebe bleibt komplett unbeeinträchtigt.
Aber auch Fruchtsäurepeelings bieten sich an, vorwiegend mit Glykolsäure Alpha-Hydroxy-Acid (AHA). In Gelform auf die Haut aufgetragen, trägt das Peeling kontrolliert die obere Hornschicht ab, um ein glattes, verfeinertes Hautbild zu erhalten.
Schätzungsweise etwa 99 % aller Akne-Narben stammen von entzündlichen Hautveränderungen. Inzwischen weiß man, dass bei Patienten mit Neigung zu Akne-Narben sämtliche Entzündungsprozesse stärker im Immunsystem vermittelt werden und auch deutlich länger anhalten. Eine frühzeitige therapeutische Intervention ist daher essenziell. Um einen individuellen Therapieplan festzulegen, diagnostiziert der Arzt zunächst die Art der Akne. Der Plan beinhaltet neben der täglichen Pflegeroutine auch regelmäßige medizinische Ausreinigungen. Bei der sogenannten Akne-Toilette wird die Haut professionell ausgereinigt. Das Facial dauert zwischen 30 und 60 Minuten und beinhaltet außerdem eine beruhigende Maske, die zur Hautregeneration beiträgt, sowie auf Wunsch eine Ultraschallbehandlung. Ebenso effizient sind Fruchtsäurebehandlungen oder auch LED- und Blaulichttherapien.
Im Extremfall raten viele Dermatologen zu einer medikamentösen Therapie. Doch die medikamentösen Kombinationstherapien mit Antibiotika sind mit dem Risiko der Resistenzentwicklung verbunden. Aus diesem Grund sollte eine antibiotikafreie Therapie immer die erste Wahl sein. Eine langfristige Verbesserung des Erscheinungsbildes lässt sich auch mit einer frühen Entzündungskontrolle erzielen.
Als besonders effektiv hat sich hier die Kombination aus 0,3 % Adapalen und 2,5 % Benzoylperoxid bewährt, die täglich einmal am Abend auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen wird. Das verschreibungspflichtige Gel zeichnet sich durch seinen schnellen Wirkeintritt aus. Bereits nach einer Woche ist eine signifikante Reduktion entzündlicher Läsionen erkennbar (nach zwölf Wochen sogar eine Verbesserung um bis zu 74,4 %).
Sie wünschen eine professionelle Beratung zur Behandlung Ihrer Akne-Narben? Vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Sprechstunde.

Zu Dr. med. Schoppelreys Spezialgebiet im Praxisalltag gehören die ästhetische und Anti-Aging-Dermatologie sowie ambulante Operationen.