zurück zur Übersicht

Haut

Akne – Ursachen, Formen, Behandlung

Akne zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen weltweit. Doch wie entsteht sie und welche Behandlungen können helfen?


von Dr. med. Stefan Duve|02.10.2026

frau-mit-hormoneller-akne

Ein Ausbruch ohne erkennbaren Auslöser. Oder eine Haut, die trotz sorgfältiger Pflege und Geduld nicht zur Ruhe kommt. Wer Akne kennt, weiß: Es geht längst nicht nur um Äußerlichkeiten. Akne kann das Selbstbewusstsein erheblich belasten, die Lebensqualität einschränken und – wenn sie unbehandelt bleibt – dauerhafte Spuren hinterlassen. Dabei ist Akne keine Frage mangelnder Hygiene oder falscher Ernährung allein. Sie ist eine Erkrankung der Haut – komplex, vielschichtig und häufig missverstanden. Umso wichtiger ist es, sie richtig einzuordnen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Rund 85 % aller Menschen sind im Laufe ihres Lebens von Akne betroffen
  • Akne reicht von einzelnen Mitessern bis zu tiefen, schmerzhaften Entzündungen
  • Als häufigste Form tritt Acne vulgaris vor allem in der Pubertät auf, Spätakne betrifft häufig Erwachsene
  • Eine gezielte Diagnose und Akne-Behandlung kann unterstützend wirken und das Hautbild in der Regel spürbar verbessern

Umfassender Überblick: Was ist Akne?

Akne zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen weltweit und wird durch eine Verhornungsstörung der Poren sowie eine Talgüberproduktion verursacht. Ausgelöst durch körpereigene Bakterien bilden sich zunächst Mitesser. Im weiteren Verlauf kommt es zur Entzündung der Poren und Talgdrüsen, was sich je nach Schweregrad in oberflächlichen, bis hin zu tief sitzenden Entzündungen äußert.

Oberflächliche Entzündungen zeigen sich in Form von Eiterbläschen auf der Hautoberfläche, bei mitteltief sitzenden Entzündungen bilden sich Knötchen unter der Haut und bei sehr tief sitzenden Entzündungen leiden Betroffene unter schmerzhaften Knoten.

Akne – eine Hauterkrankung, die viele betrifft

Schätzungsweise sind etwa 85 % aller Menschen im Laufe ihres Lebens von Akne oder unreiner Haut betroffen. Vorrangig tritt Akne in der Pubertät auf, wenn hormonelle Veränderungen die Talgproduktion anregen. Aber auch Erwachsene, die die Pubertät längst hinter sich gelassen haben, können unter Akne leiden. Erwachsenenakne tritt meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf und betrifft vor allem Frauen. Aktuellen Zahlen zufolge hat jede vierte Frau zwischen 25 und 45 mit Spätakne zu kämpfen.

Was sind mögliche Ursachen von Akne?

Die Entstehung von Akne ist selten auf einen einzelnen Auslöser zurückzuführen. In den meisten Fällen wirken mehrere Faktoren zusammen – hormonell, genetisch, umweltbedingt und durch den Lebensstil beeinflusst.

Hormonelle Veränderungen

Hormonschwankungen zählen zu den häufigsten Auslösern von Akne. Sie regen die Talgdrüsen an und führen zu einer erhöhten Talgproduktion, was die Poren verstopfen und Entzündungen begünstigen kann. Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang in der Pubertät, aber auch in anderen hormonell bewegten Lebensphasen wie dem Menstruationszyklus, einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren kann hormonelle Akne (neu) auftreten oder sich verschlechtern.

Hormonelle Akne zeigt spezifische Muster und erfordert einen eigenen Behandlungsansatz. Weitere Informationen dazu, wie wir im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER hormonell bedingte Akne gezielt diagnostizieren und therapieren, finden Sie hier: Hormonelle Akne: Ursachen & Behandlung

Genetische Veranlagung

Auch die Erbanlage spielt eine wesentliche Rolle. Wer Eltern oder Geschwister hat, die unter Akne leiden oder gelitten haben, trägt ein erhöhtes Risiko, selbst betroffen zu sein. Die genetische Disposition beeinflusst unter anderem, wie aktiv die Talgdrüsen arbeiten, wie empfindlich die Haut auf Hormonschwankungen reagiert und wie ausgeprägt Entzündungsreaktionen ausfallen.

Umweltfaktoren

Die Haut ist täglich äußeren Einflüssen ausgesetzt, die ihre Balance stören können. Luftverschmutzung und Feinstaub setzen sich in den Poren ab und fördern Verstopfungen. Intensive UV-Strahlung reizt die Haut und kann bestehende Entzündungen verschlimmern. Auch ungeeignete Kosmetikprodukte – etwa comedogene Pflegeprodukte oder Make-up – können die Talgdrüsen zusätzlich belasten und das Hautbild negativ beeinflussen.

Lebensstil & Ernährung

Bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten können Akne begünstigen oder bestehende Beschwerden verstärken. Milchprodukte, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel stehen im Verdacht, Entzündungsprozesse in der Haut zu fördern. Rauchen beeinträchtigt die Hautdurchblutung und verlangsamt die Regeneration. Chronischer Stress wiederum erhöht den Cortisolspiegel im Körper – ein Hormon, das die Talgproduktion ankurbeln und Entzündungen verstärken kann.

 

Welche unterschiedlichen Formen von Akne gibt es?

Akne kann in unterschiedlichen Formen auftreten, je nach Auslöser, Alter und Hautregion.

Acne vulgaris:

Die mit Abstand häufigste Form und für die meisten Menschen das, was sie unter „Akne“ verstehen. Acne vulgaris tritt vor allem in der Pubertät auf und zeigt sich durch Mitesser, Papeln und Pusteln – hauptsächlich im Gesicht, auf dem Rücken und der Brust. Ausgelöst wird sie durch hormonell bedingte Talgüberproduktion, verstopfte Poren und das Bakterium Cutibacterium acnes. In leichteren Fällen klingt sie mit dem Ende der Pubertät ab; schwerere Verläufe erfordern eine gezielte dermatologische Behandlung.

Acne inversa:

Eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die sich nicht im Gesicht, sondern in Körperstellen mit Hautfalten bildet – typischerweise in den Achseln, der Leistengegend, unter der Brust und im Gesäßbereich. Betroffene leiden unter tief sitzenden, schmerzhaften Knoten und Abszessen, die sich immer wieder entzünden und vernarben können. Acne inversa wird häufig lange Zeit nicht korrekt diagnostiziert und gilt als eigenständige Erkrankung, die einer spezialisierten Behandlung bedarf.

Acne tarda (Erwachsenenakne / Spätakne):

Akne trifft nicht nur Teenager. Acne tarda bezeichnet Akne, die erstmals nach dem 25. Lebensjahr auftritt oder bis ins Erwachsenenalter anhält. Betroffen sind überwiegend Frauen – häufig ausgelöst durch hormonelle Schwankungen, etwa nach dem Absetzen der Pille, im Zusammenhang mit dem Zyklus oder nach einer Schwangerschaft. Sie zeigt sich meist im unteren Gesichtsdrittel, entlang der Kieferlinie und am Kinn, und kann das Selbstbewusstsein der Betroffenen erheblich belasten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten für Spätakne infrage kommen, lesen Sie hier: Akne bei Erwachsenen.

Mallorca-Akne (Acne aestivalis):

Trotz ihres Namens handelt es sich bei der Mallorca-Akne nicht um eine klassische Akne, sondern um eine Lichtreaktion der Haut. Sie entsteht, wenn UV-Strahlung auf fettige Sonnenschutz- oder Pflegeprodukte trifft und damit die Poren verstopft. Typisch sind kleine, juckende Knötchen auf Schultern, Dekolleté, Oberarmen und Rücken – also auf jenen Körperstellen, die im Urlaub besonders viel Sonne abbekommen. Mit der richtigen Produktwahl lässt sie sich gut vorbeugen.

Weitere Sonderformen:

Neben den genannten Formen gibt es eine Reihe weiterer Sonderformen, die weniger verbreitet, aber medizinisch bedeutsam sind:

  • Acne cosmetica
    Wird durch comedogene Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten ausgelöst und zeigt sich als kleinteilige, flächige Komedonen – häufig bei Erwachsenen, die regelmäßig Make-up oder reichhaltige Pflege verwenden.
  • Acne medicamentosa
    Tritt als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auf, darunter Kortikosteroide, Lithium oder anabole Steroide. Typisch sind Papeln und Pusteln ohne die für klassische Akne charakteristischen Mitesser.
  • Acne conglobata
    Eine schwere Verlaufsform mit großflächigen, miteinander verbundenen Knoten und Zysten – vorwiegend bei jungen Männern. Ohne konsequente Behandlung drohen ausgeprägte, dauerhafte Narben.
  • Acne neonatorum
    Neugeborenenakne, die durch mütterliche Hormone ausgelöst wird und in den ersten Lebenswochen auftreten kann. Bildet sich in der Regel von selbst zurück und bedarf keiner Behandlung.
  • Acne excoriée
    Eine psychodermatologische Sonderform, bei der Betroffene Hautunreinheiten zwanghaft bearbeiten. Neben der Hautbehandlung ist häufig auch psychotherapeutische Begleitung sinnvoll.

Welche Komplikationen können bei Akne auftreten?

Eine frühzeitige und passende Behandlung hilft dabei, das allgemeine Hautbild bei Akne zu verbessern und bleibende Schäden vorzubeugen. Mögliche Folgen sind Aknenarben. Atrophische Aknenarben entstehen vor allem bei schweren Verläufen, wenn tiefe Entzündungen das Hautgewebe schädigen. Unter hypertrophen Narben hingegen versteht man erhabene, wulstige Narben, die sich durch eine Überproduktion von Kollagen während der Wundheilung bilden.

Doch Akne ist weit mehr als ein rein kosmetisches Problem. Neben sichtbaren Folgen bringt Akne oft auch schwerwiegende psychische Folgen mit sich. Betroffene leiden häufig unter einem geringen Selbstwertgefühl und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Eine professionelle Narbenkorrektur kann helfen, das Hautbild nach Akne nachhaltig zu verbessern und das Selbstbewusstsein zurückzugeben.

Akne behandeln lassen: Akne-Behandlung die der Haut wirklich hilft

Eine möglichst früh eingeleitete, effektive und vor allem behutsame Hautanalyse mit darauffolgender Therapie ist enorm wichtig, um Komplikationen zu vermeiden und die Heilung der Haut zu unterstützen – sei es durch gezielte Hautpflege, dermatologische Akne-Behandlungen oder eine Kombination verschiedener Therapiemöglichkeiten.

Wir begleiten Sie von der ersten Hautanalyse bis zum Behandlungserfolg – individuell, behutsam und mit dem Ziel, Ihrer Haut langfristig zu helfen. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin und lassen Sie uns gemeinsam den richtigen Weg für Ihre Haut finden.


portrait-duve

Dr. med. Stefan Duve

Mit über 30 Jahren Erfahrung und internationalem Wirken zählt Dr. med. Stefan Duve inzwischen zu den besten Dermatologen Europas.


zurück zur Übersicht

Weitere Beiträge aus dieser Kategorie

Haut

XERF-Behandlung – was steckt dahinter und was ist der Unterschied zu Thermage FLX®?

Radiofrequenz zur Hautstraffung ohne OP liegt voll im Trend. Doch welches Verfahren eignet sich besser für mich: XERF oder Thermage FLX®?

Biostimulatoren

Biostimulatoren vs. klassische Filler – Was ist der Unterschied?

Klassische Filler wie Hyaluronsäure sind vor allem in der Volumenbehandlung und Faltenunterspritzung bekannt. Doch wie unterscheiden sie sich von Biostimulatoren?

Biostimulatoren

Radiesse, Sculptra®, PROFHILO® oder Juläine – Welche Biostimulatoren zur Hautstraffung passen zu Ihnen?

Was sind Biostimulatoren und welcher Wirkstoff ist für mich geeignet?