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Haut

Hormonelle Akne erkennen: So entsteht sie und das können Sie tun

Im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER bieten wir individuelle Behandlungskonzepte und sehen hormonelle Akne nicht nur als kosmetisches Problem.


von Dr. med. Christian Merkel|01.10.2025

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Sowohl Frauen als auch Männer können unter hormoneller Akne leiden – eine Hauterkrankung, die häufig in Phasen hormoneller Veränderungen auftritt. Besonders häufig betroffen sind dabei junge Erwachsene, die sich in der Pubertät befinden. Aber auch eine hormonelle Umstellung, wie z. B. während der Schwangerschaft, nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel (wie der Pille) oder im Zuge von Zyklusschwankungen, können zu hormoneller Akne führen. Die Betroffenen sind dann oft auf der Suche nach effektiven, wissenschaftlich fundierten Lösungsansätzen zur Behandlung ihrer Hautprobleme, die von der täglichen Hautpflege bis hin zu alltagstauglichen Tipps im Bereich Ernährung reichen. Im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER bieten wir solch individuelle Behandlungskonzepte und sehen hormonelle Akne nicht nur als kosmetisches Problem.

Hormonelle Akne erkennen: die typischen Anzeichen

Im Gegensatz zu anderen Akneformen äußert sich die hormonelle Akne häufig durch tiefliegende, schmerzhafte Entzündungen, die vor allem im unteren Gesichtsbereich auftreten – insbesondere am Kinn und entlang der Kieferlinie. Typisch sind unterirdische Knoten (Zysten), gerötete Papeln sowie vereinzelt Pusteln. Die Hautveränderungen sind meist hartnäckig, heilen langsam ab und können bei wiederholtem Auftreten zu Narbenbildung führen. Außerdem lässt sich hormonelle Akne daran erkennen, dass die Haut insgesamt fettiger wirkt. Dies hängt mit einer erhöhten Talgproduktion zusammen. Grundsätzlich kann hormonelle Akne in jedem Alter auftreten. Besonders häufig zeigt sich die hormonelle Akne jedoch in bestimmten Lebensphasen, die mit hormonellen Veränderungen einhergehen, wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre.

Warum entsteht hormonelle Akne?

Hormonelle Akne basiert auf einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt, wodurch vor allem die Produktion der sogenannten Androgene beeinflusst wird – männliche Sexualhormone, die sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper vorkommen. Ein erhöhter Androgenspiegel oder eine gesteigerte Empfindlichkeit der Hautzellen gegenüber diesen Hormonen kann die Aktivität der Talgdrüsen anregen, wodurch mehr Talg produziert wird. Gleichzeitig wird die Hautzellenbildung beschleunigt, Poren verstopfen. In diesem fettigen und sauerstoffarmen Milieu vermehren sich bestimmte Bakterien, was lokale Entzündungen und damit typische Akneerscheinungen wie Pickel, Pusteln oder unterirdische Knoten auslöst. Neben dem hormonellen Ungleichgewicht können zusätzlich Stress, unausgewogene Ernährung, Schlafmangel oder bestimmte Medikamente (hormonelle Akne nach Absetzen der Pille) die Symptome begünstigen.

Hormonelle Akne behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

Bei hormoneller Akne stehen Betroffenen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die je nach Schweregrad, Hauttyp und individueller hormoneller Situation ausgewählt werden.

Ziel ist es,

  • die übermäßige Talgproduktion zu regulieren,
  • Entzündungen zu reduzieren und
  • das hormonelle Ungleichgewicht wieder in Balance zu bringen.

In leichten Fällen genügt oft schon eine äußerliche Behandlung, während bei mittelschwerer bis schwerer hormoneller Akne auch systemische Therapien notwendig sein können. Bei topischen Behandlungen kommen medizinische Cremes, Gele oder Lösungen zum Einsatz, die mit Wirkstoffen wie Retinoiden die Hauterneurung fördern und die Poren befreien. Auch Benzoylperoxid, Salicyl- und Azelainsäure haben sich bewährt. Liegt hingegen eine ausgeprägte hormonelle Akne vor, empfehlen sich die Einnahme oraler Retinoide wie Isotretinoin, die zur Minderung der Talgdrüsenaktivität beitragen, allerdings mit Nebenwirkungen verbunden sind und eine sorgfältige ärztliche Begleitung erfordern. In Fällen, in denen hormonelle Einflüsse klar im Vordergrund stehen, kann auch eine hormonelle Therapie (wie die Gabe von Antiandrogenen, z. B. in bestimmten Antibabypillen enthalten) bei hormoneller Akne infrage kommen. Ergänzend können medizinisch-kosmetische Verfahren wie Fruchtsäurepeelings, Mikrodermabrasion oder Lasertherapien eingesetzt werden. Diese Methoden helfen ebenfalls, hormonelle Akne zu behandeln, Entzündungen zu mindern und die Hautstruktur zu verbessern.

Hormonelle Akne und Ernährung: Was hilft wirklich?

Wer unter hormoneller Akne leidet, sollte auf eine hormonfreundliche, entzündungshemmende und möglichst blutzuckerstabile Ernährung achten. Ein zentraler Aspekt spielt dabei die Reduktion von hochglykämischen Lebensmitteln, also Zucker und stark verarbeiteten Kohlenhydraten wie Weißbrot, Süßigkeiten oder Softdrinks. Diese lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen, was wiederum die Insulinproduktion ankurbelt – ein Hormon, das indirekt die Androgenbildung und die Talgproduktion fördern kann. Auch der übermäßige Konsum von Milchprodukten wird in mehreren Studien mit hormoneller Akne in Verbindung gebracht. Stattdessen empfiehlt es sich, vermehrt auf vollwertige, naturbelassene Lebensmittel zu setzen, die reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Antioxidantien und gesunden Fetten sind. Besonders günstig wirkt sich bei hormoneller Akne eine Ernährung mit viel grünem Gemüse, Beeren, Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, fettreichem Fisch (wie Lachs) und hochwertigen Pflanzenölen (z. B. Lein-, Hanf- oder Olivenöl) aus.

Hormonelle Akne nach Absetzen der Pille: Was Sie wissen sollten

Hormonelle Akne entwickelt sich besonders häufig nach dem Absetzen der Antibabypille, da der Körper nach dem Ende der hormonellen Verhütung zunächst in ein hormonelles Ungleichgewicht gerät. Der Körper muss erst wieder lernen, die eigenen Sexualhormone selbst zu regulieren. In dieser Umstellungsphase kann es zu einer verstärkten Ausschüttung von Androgenen und somit der Entstehung hormoneller Akne kommen. Diese Phase kann sehr belastend sein, ist aber in vielen Fällen vorübergehend. Sie zeigt sich typischerweise einige Wochen bis Monate nach dem Absetzen und kann über mehrere Zyklen anhalten, bis sich die Haut beruhigt. Mit gezielter Hautpflege, hormonfreundlicher Ernährung und gegebenenfalls professioneller Unterstützung lässt sich die Haut in dieser Übergangszeit sanft stabilisieren. In hartnäckigen Fällen kann auch eine medizinische Beratung sinnvoll sein.

Hormonelle Akne: Fazit und Tipps für den Alltag

Hormonelle Akne ist zwar hartnäckig, aber durchaus behandelbar – wichtig sind dabei vor allem Geduld und ein ganzheitlicher Ansatz. Um hormonelle Prozesse zu beeinflussen, bedarf es oft etwas Zeit, bis sich erste sichtbare Erfolge zeigen. Mit der richtigen Kombination aus medizinischer Behandlung, hormonfreundlicher Ernährung, gezielter Hautpflege und ggf. unterstützender Lebensstilveränderung lässt sich das Hautbild jedoch nachhaltig verbessern.

Sie benötigen ärztlichen Rat auf der Suche nach der richtigen Behandlung bei hormoneller Akne? Im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER helfen wir Ihnen gerne jederzeit weiter und erstellen gemeinsam mit Ihnen einen individuell auf Ihre jeweiligen Bedürfnisse abgestimmten Behandlungsplan.


Dr. med. Christian Merkel

Dr. med. Christian Merkel ist Facharzt für Dermatologie und Allergologie und Ihr Ansprechpartner bei Fragen rund um die Behandlung von Haarausfall.


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