Schönheit ist allgegenwärtig – auf Social Media, in Werbekampagnen und in den Beiträgen sogenannter „Medfluencer“. Doch was davon ist medizinisch fundiert, was reines Marketing – und wo können Behandlungen im schlimmsten Fall sogar Risiken bergen?
Mit seinem neuen Podcast „DOCTOR DUVE – Jetzt mal ehrlich!“ greift Dr. med. Stefan Duve, Facharzt für Dermatologie und erfahrener Anti-Aging-Experte, genau diese Fragen auf. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten eine verlässliche Orientierung im Dschungel aus Trends, Halbwissen und überzogenen Beauty-Versprechen zu geben.
Gemeinsam mit Co-Moderatorin Sabine Spieler spricht Dr. Duve offen, verständlich und praxisnah über Chancen, Grenzen und Entwicklungen in der modernen Ästhetischen Medizin.
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Der Podcast beleuchtet aktuelle Themen aus Dermatologie und Ästhetischer Medizin – sachlich, transparent und ohne leere Versprechungen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
Anti-Aging-Verfahren
Filler- und Botulinumtoxin (Botox) Behandlungen
Hautpflege
Social-Media-Trends und deren medizinische Einordnung
Viele Patientinnen und Patienten berichten von Unsicherheit: Unterschiedliche Meinungen, widersprüchliche Empfehlungen und trendgetriebene Aussagen erschweren eine fundierte Entscheidung. Genau hier setzt der Podcast an.
Besprochen werden unter anderem folgende Fragen:
Welche Behandlungen sind medizinisch sinnvoll – und für wen?
Wo liegen Risiken und Grenzen moderner ästhetischer Verfahren?
Welche Trends sind wissenschaftlich fundiert, welche kritisch zu betrachten?
Wie gelingt eine informierte und selbstbewusste Entscheidungsfindung?
Der Podcast bietet eine klare, fachlich fundierte Einordnung – verständlich erklärt und nah an den realen Fragestellungen aus dem Praxisalltag.
Wer sich für Dermatologie, Anti-Aging und ästhetische Behandlungen interessiert, kann den Podcast auf allen gängigen Streaming-Plattformen abonnieren und bleibt so regelmäßig auf dem neuesten Stand.
Verfügbar unter anderem auf:
Mythen rund um den Bereich der Laserbehandlungen gibt es viele. Die wohl haarsträubendste, die uns bislang im Praxisalltag untergekommen ist: Vegetarier sollten von Laser-Haarentfernungsbehandlungen besser absehen. Als Grund wurde der hohe Beta-Carotin-Gehalt in der Nahrung genannt, der die Haut gelblich färbt und somit das applizierte Laserlicht nicht vollumfänglich zu den Haarfollikeln leiten würde. Aber auch andere Unwahrheiten kamen seit Beginn der Lasertherapien im Jahr 1988 immer wieder auf: Laserstrahlung sei massiv gefährlich, könne Krebs hervorrufen oder sei in seiner Wirkung noch nicht genügend erforscht. Zeit, die fünf derzeit gängigsten Lasermythen aus der Welt zu schaffen.
Dies ist wohl der hartnäckigste Mythos, mit dem wir Dermatologen immer wieder konfrontiert werden. Abgesehen von wenigen speziellen Laserbehandlungen ist auch in den Sommermonaten eine Behandlung mit den meisten gängigen Lasern natürlich möglich. Bestes Beispiel hierfür: Die meisten Laseranwendungen finden in den USA statt, größtenteils in Städten mit über 3.000 Sonnenstunden im Jahr. Auch die Angst vor möglichen Pigmentverschiebungen ist unbegründet. Diese treten nämlich auch hierzulande in den Wintermonaten auf, sofern die Haut nicht konsequent mit einem hohen Lichtschutz geschützt wird.
Es ist wahr, dass die meisten Ärzte von Laserbehandlungen während einer Schwangerschaft absehen. Dies ist aber nicht als Verbot zu betrachten, sondern lediglich als Vorsichtsmaßnahme. Sieht man bei Schwangeren aufgrund des veränderten Hormonhaushaltes von der erhöhten Gefahr möglicher Hyperpigmentierungen ab, sind bislang keine Fälle nachgewiesen worden, bei denen das ungeborene Kind durch eine Laseranwendung zu Schaden gekommen ist. Dennoch raten auch wir dazu, mit mancher Lasertherapie besser bis nach der Geburt zu warten.
Häufig werden Behandlungen mit IPL, die mit vermeintlich ungefährlichem Licht beworben werden, als sichere Alternative zum Laser dargestellt. Dies stimmt nicht. Werden die Behandlungen von einem erfahrenen Dermatologen durchgeführt, sind IPL und Laser nahezu deckungsgleich. Der einzige Unterschied: IPL-Lasertreatment werden nicht selten von unqualifizierten Laien angeboten, die womöglich noch mit billigen, technisch unsicheren Gerätschaften erhebliche Nebenwirkungen zur Folge haben können. Seit geraumer Zeit fordern daher dermatologische Fachgesellschaften umfassende Regularien sowie eine standardisierte Ausbildung für Behandler. Ob sich dies in naher Zukunft jedoch bereits umsetzen lässt, ist fraglich.
Eine Nagelpilzerkrankung ist meist eine lästige und langwierige Angelegenheit. Mit dem IPL-Lasertreatment steht uns heute zum Glück eine Methode zur Verfügung, die Symptome und Ursache des Nagelpilzes gleichermaßen bekämpft. Doch viele Betroffene denken, die innovative Lichtbehandlung zeigt bereits nach einer Sitzung ihre Wirkung. Um ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen, sind allerdings mindestens acht Behandlungen nötig. Zudem hat sich nach wie vor die Kombinationstherapie aus Laser, Lack und/oder Tabletten am effektivsten erwiesen.
Auch zum Thema Haarentfernung mittels Laser gibt es eine Vielzahl an Mythen. Die Aussagen reichen von „nur eine Sitzung genügt“, bis hin zu „Haare wachsen vermehrt nach“. Letzteres tritt durchaus auf, wenn auch als äußerst seltene Nebenwirkungserscheinung einer Laserhaarentfernung. Grundsätzlich ist es aber nicht erwiesen, dass Rasieren, Schneiden oder eben Lasern der Haare deren Wachstum ankurbelt. Übrigens: Auch eine Behandlung alleine führt noch nicht zum Erfolg. Je nach zu behandelnder Region empfehlen wir zwischen fünf bis sieben Sitzungen.
Insbesondere im Winter sollten die Lippen niemals mit Speichel befeuchtet werden! Diese Aussage hält sich hartnäckig. Aber was ist dran? Eines vorweg: Ist es draußen bitterkalt und in geschlossenen Räumen heizungswarm, bedeutet das nicht nur für unsere Haut, sondern auch für die Lippen puren Stress.
Die dünne Lippenhaut besitzt kaum Talgdrüsen und ist daher mit keinerlei Eigenschutz ausgestattet. Um den fehlenden Schutz gerade bei extremen Witterungsbedingungen auszugleichen, empfehlen Dermatologen zwei- bis dreimal täglich die Anwendung eines hochwertigen Lip Balm. Wichtig dabei: Beim Kauf darauf achten, dass die Lippenpflege kein Paraffin enthält. Ein Lichtschutz in Höhe von 50 ist dagegen absolut empfehlenswert. Auf diese Weise kann der Bildung von Sommersprossen auf der Unterlippe und eventuellen bösartigen Hautveränderungen effektiv vorgebeugt werden. Wer denkt, eine Lippenpflege macht süchtig, irrt übrigens. Die vermeintliche Sucht ist nämlich vielmehr eine psychische Abhängigkeit. Der Grund: Das angenehm weiche Gefühl der Lippen erzeugt einen Gewöhnungseffekt. Genau dies kann auch mit dem Befeuchten der Lippen durch Speichel erzeugt werden. Verdunstet dieser allerdings nach wenigen Minuten, trocknen die Lippen aus. Also besser darauf verzichten, mit der Zunge über die Lippen zu fahren.
Der wohl älteste Beauty-Mythos: Je mehr Bürstenstriche täglich, desto glänzender und gesünder das Haar. Doch was ist dran?
Brüsten sorgt dafür, dass sich Fett, entstanden aufgrund der angeregten Talgproduktion, vom Ansatz über die gesamten Längen verteilt und die Haare somit auch glänzen. Hierfür braucht es allerdings keine 100 Striche. Ganz im Gegenteil, der Effekt setzt nämlich schon viel früher ein und übermäßiges Bürsten macht die Haare sogar fettig. Der Mythos ist also absolut falsch.
Egal wie viele Bürstenstriche am Tag gemacht werden, entscheidend ist die Qualität der Bürste. Plastik- oder Metallbürsten, womöglich noch mit separat angebrachten Schutznoppen, schädigen nicht nur Kopfhaut, sondern auch Haar. Die Gefahr: Haare bleiben in den Zwischenräumen der Noppen hängen und werden im schlimmsten Fall ausgerissen. Ideal sind daher Naturhaarbürsten, zum Beispiel mit Wildschweinborsten. Wer jedoch sehr feines Haar hat, profitiert eher von einer Paddle Brush oder aber einer Rundbürste mit Keramiktrommel, mit der das Föhnen von Ansatzvolumen erleichtert wird.
Benutzt man eine Creme zu lange, scheint es, als würde sich die Haut mit der Zeit an die Wirkstoffe gewöhnen. Damit Pflegeprodukte nicht an Wirkung verlieren, sollten sie daher regelmäßig ausgetauscht werden. Mythos oder Wahrheit?
Dem einen Tiegel jahrelang treu bleiben – kein Problem! Warum auch nicht, ist man schließlich mit der verwendeten Hautpflege zufrieden und verträgt sie gut, sollte diese auch nicht getauscht werden. Lediglich in der kalten Jahreszeit ist ein Wechsel zu reichhaltigeren Texturen, im Frühjahr zurück zu leichteren Texturen sinnvoll.
Wird zu häufig zwischen diversen Pflegeprodukten gewechselt, endet das unüberlegte Wirkstoff-Chaos sogar im absoluten Debakel. Die Folge ist eine periorale Dermatitis, auch als Stewardessenkrankheit bekannt. Ist die Haut erst einmal überpflegt, hilft nur noch der Gang zum Dermatologen. Übrigens: Im Gegensatz zur Nulltherapie, bei der über einen bestimmten Zeitraum auf sämtliche Pflegeprodukte verzichtet wurde, wird die Dermatitis heute so lange mit teilweise verschreibungspflichtigen Medikamenten behandelt, bis die Haut ihre Balance wiedergefunden hat.
Man hört es immer wieder – Mascara verleiht den Wimpern zwar Schwung und färbt sie in tiefes Schwarz, sorgt jedoch auch dafür, dass sie schneller abbrechen. Stimmt das?
TUSCH!
Es ist nicht wahr, dass Mascara Wimpern brechen lässt. Ganz im Gegenteil, heute enthalten gute Wimperntuschen auch pflegende Substanzen. Angereichert mit wertvollen Ölen und Proteinen werden die feinen Härchen nicht nur geschmeidig gehalten, sondern auch gestärkt und somit widerstandfähiger. ABER: Wer es abends mit dem Abschminken nicht so genau nimmt, riskiert, dass die getuschten Härchen in der Tat geschädigt werden und nachts brechen.
Lange dachte man, helle kleine Flecken auf den Fingernägeln seien ein Anzeichen für einen Calcium- oder Magnesiummangel. Dies ist jedoch absolut falsch! Vielmehr entstehen die weißlichen Verfärbungen aufgrund von Mikroverletzungen im Bereich der Nagelwachstumszone. Winzige Luftbläschen unter der Nagelplatte heben sich ab und werden als weißliche Flecken wahrgenommen. In manchen Fällen kann dies auch genetisch verursacht sein. Die Flecken sind somit vielmehr ein Makel und haben keinesfalls etwas mit einem Nährstoffmangel zu tun.
Es geht immer wieder groß durch die Medien, dass Lippenbalsam die Lippen zwar mit rückfettenden Inhaltsstoffen pflegt und vor dem Austrocknen schützt… jedoch auch in gewisser Weise süchtig machen kann… doch was ist dran an diesem weit verbreiteten Mythos? Es steht außer Frage, dass es vor allem für viele Frauen inzwischen einfach eine feste Angewohnheit ist, die Lippen mehrmals täglich mit einer dicken Schicht Lip Balm einzucremen. Aber mehr als eine Gewohnheit ist es dann doch auch nicht, denn von einer vermeintlichen Sucht geschweige denn von einer körperlichen Abhängigkeit sind wir hier weit entfernt. Die Lippenhaut ist extrem dünn und besitzt selber kaum Talgdrüsen. Um den dadurch fehlenden Eigenschutz vor allem im Winter auszugleichen, ist ein rückfettender Pflegebalsam ideal. Ist der Lippenbalsam zusätzlich noch mit einem integrierten Lichtschutzfaktor versehen, dann noch besser! Die herkömmliche Lippenpflege schützt jedoch nicht nur, sondern erzeugt auch ein geschmeidiges, weiches Gefühl. Und um eben genau dieses weiche Gefühl aufrecht zu erhalten, wird eben kräftig und regelmäßig nachgeschmiert. Wir raten unseren Patienten bei der Verwendung einer Lippenpflege darauf zu achten, dass Balm oder Pflegestift keine Paraffine enthalten. Diese auf Erdöl basierende Substanz kann nämlich erst gar nicht aufgenommen werden, verschließt die Lippen sogar regelrecht und trocknet sie auf Dauer aus.