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Liebe deinen Körper Siegel

Liebe deinen Körper

08. Juni 2017

Die meisten Frauen (und sicherlich auch eine Vielzahl an Männern) sind heutzutage mit ihrem eigenen Körperbild unzufrieden. Der Dokumentarfilm „Embrace – Du bist schön“ (seit 11. Mai im Kino) der australischen Fotografin Taryn Brumfitt und ihrer Koproduzentin, der deutschen Schauspielerin Nora Tschirner, beschäftigt sich jetzt mit diesem sensiblen Thema. Nach zahlreichen Bodyshaming-Erfahrungen berichtet Taryn über ihren Kampf vom Selbsthass hin zum eigenen Wohlfühlkörper, den die dreifache Mutter mit ihrem ungewöhnlichen Vorher-/Nachher-Foto 2013 auf Facebook öffentlich machte und damit weltweit einen Sturm an Reaktionen auslöste.

Auch mir persönlich ist dieses Thema sehr wichtig, und ich finde das Plädoyer für wahre Schönheit großartig. In meiner Sprechstunde begegne ich seit Jahren verschiedensten Frauen und Männern: groß, klein, dick, dünn, muskulös, eher weich, hell, dunkel, fein, grob. Meist tolle Menschen mit wunderbaren Körpern, die in den seltensten Fällen perfekt sind – und das ist gut so. Doch in der Realität sind laut Trailer des Films 91 Prozent aller Frauen, so schön sie oft auch für Außenstehende erscheinen mögen, unzufrieden oder sogar unglücklich mit ihrem eigenen Erscheinungsbild. Kein Wunder, suggeriert uns die tägliche Flut an retuschierten und bearbeiteten Models in den Medien, man müsse heutzutage schlank und perfekt aussehen, um Erfolg zu haben. Aber mal Hand aufs Herz, keiner von uns entspricht diesem Ideal. Auch nicht die Menschen, die wir persönlich als schön empfinden. Sie bestechen vielmehr durch eine enorme Ausstrahlung und Körperhaltung, die man nur bekommt, wenn man mit sich im Reinen ist.

Das bedeutet nicht, dass man sich gnadenlos gehen lassen und nichts an seinem Äußeren verändern soll. Ich persönlich bin jedoch dafür, dass jeder seine körperlichen Stärken betonen und optimieren sollte, denn das machen wir bei unseren geistigen doch genauso. Und natürlich darf und sollte etwas verbessert werden, wenn einem an seinem Körper wirklich etwas stört. Wichtig ist in meinen Augen nur, dass man es für sich selbst macht und keinem unerreichbaren Schönheitsideal mit unzähligen Optimierungsmaßnahmen hinterhereifert.

Insgesamt haben wir alle zunehmend verlernt, unseren Körper zu schätzen, und das, obwohl er jeden Tag funktioniert und so viel Gutes für uns tut. In diesem Sinne – kümmern wir uns um ihn, pflegen ihn, drücken auch mal ein Auge zu und genießen das Leben. Ganz nach Taryn Brumfitts Botschaft: „Liebe deinen Körper ,wie er ist, er ist der einzige, den du hast!



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